Nachfrager / Behörden – Prüfung von Zertifikaten

Welche Informationen bietet das FfV-Zertifikat für gebietseigene Gehölze?

Das FfV-Zertifikat für gebietseigene Gehölze beinhaltet wesentliche Informationen über die gelieferte Partie Pflanzen (bzw. Saatgut) gebietseigener Gehölze:

Zunächst ist der Inhaber des Zertifikates aufgeführt. Dieser muss auch der Lieferant Ihrer Pflanzenpartie sein – die Adresse muss mit der Adresse auf den Lieferpapieren oder der Rechnung übereinstimmen. Andernfalls ist das Vermehrungsgut nicht für diesen Betrieb zertifiziert.

Die weiteren Informationen wie Art und Vorkommensgebiet des Erntevorkommens beziehen sich auf die Pflanzenpartie selbst. Mit diesen Daten können Sie prüfen, ob die Ware Ihrer Bestellung entspricht. FfV kann bei einem Kontrollfall die Prüfung bis hin zum Erntevorkommen durchführen, da dessen geografische Lage im Rahmen der FfV-Verfahren bekannt gegeben werden muß. Diese georafischen Koordinaten werden jedoch vertraulich behandelt und nicht auf den Zertifikaten ausgedruckt, es sei denn der Erntebetrieb oder die erntende Baumschule wünscht das.

Die Gültigkeit der Zertifikate ist bei den Gehölzarten unterschiedlich: Dies hängt mit den unterschiedlichen Lagerfähigkeiten der Arten zusammen. So kann Saatgut einiger Arten ohne nennenswerte Verringerung der Keimfähigkeit über ein bis zwei Jahrzehnte gelagert werden. Saatgut anderer Arten ist dagegen nicht dauerhaft lagerfähig und wird i.d.R. direkt nach der Ernte ausgesät. Die auf den ersten Blick lange Gültigkeitsdauer für den Pflanzenverkauf ist dadurch zu erklären, dass FfV den Produzenten ermöglichen möchte, auch zertifizierte Großpflanzen zu vermarkten.

Was kann man aus der Zertifikatnummer entnehmen?

Die Zertifikatnummer bzw. die Art des Zertifikates, Ernte-, Saatgut- oder Pflanzenzertifikat gibt Hinweise auf den Handesverlauf und die Anzahl der Betreibe, welche an der Produktion der Pflanzen beteiligt waren. Beispiele:

Erntezertifikat Nr. 999: Diese kurze Nummer besagt, dass die Baumschule die Saatguternte selbst durchgeführt hat und aus dem Saatgut direkt und ohne Beteiligung Anderer Pflanzen im eigenen Betrieb erzeugt hat.

Saatgutzertifikat 999e888s: In diesem Fall wurde die Saatguternte von einem privaten oder staatlichen Erntebetrieb durchgeführt (Vergabe der Nr. 999). Eine Baumschule hat aus dem eingekauften Saatgut Pflanzen erzeugt (Vergabe der Nr. 999e888s).

Saatgutzertifikat 999e888s777z: Hier erfolgte ein weiterer Handelsschritt beim Handel mit Saatgut: Die Saatguternte wurde von einem privaten oder staatlichen Erntebetrieb durchgeführt (Vergabe der Nr. 999). Ein Saatguthändler hat dort Saatgut zugekauft (Vergabe der Nr. 999e888s) und dieses an eine Baumschule weiterverkauft. Diese hat daraus Pflanzen erzeugt (Vergabe der Nr. 999e888s777z).

Pflanzenzertifikat 999e888s555p: In diesem Fall wurde die Saatguternte von einem privaten oder staatlichen Erntebetrieb durchgeführt (Vergabe der Nr. 999). Eine Baumschule hat aus dem eingekauften Saatgut Pflanzen erzeugt (Vergabe der Nr. 999e888s). Einen Teil der Ware hat sie an eine andere Baumschule weiterverkauft (Vergabe der Nr. 999e888s555p).

Je nach Ablauf des Handelsweges sind ohne weiteres längere Zertifikatnummern möglich, dazu: Der Buchstabe „s“ in der Nummer signalisiert des ersten Verkauf von Saatgut, weitere Verkäufe von Saatgut werden durch jeweils ein „z“ angezeigt. Der erste Verkauf von Pflanzen zwischen Baumschulen wird durch ein „p“ angezeigt. Weitere Handelsschritte mit Pflanzen erkennt man an einem „b“ am Ende der Zertifikatnummer.

Was kann man tun, wenn Unsicherheit über eine Pflanzenpartie besteht?

Bei Bedarf kann ein Nachfrager bzw. Käufer zertifizierter, gebieteigener Pflanzen eine Plausibilitätskontrolle per email oder Telefon auslösen, dies kann bereits vor der Vergabe / Lieferung auf Basis eines Angebotes erfolgen. Der Käufer kann bei begründetem Verdacht eine Prüfung einer fraglichen Partie anfordern. Bitte nehmen Sie in diesem Fall vorab Kontakt mit uns auf.

Zuletzt geändert am 7. August 2017