Erläuterungen zur Zertifizierung gebietseigener Gehölze

Der FfV e.V. zertifiziert gebietseigene Gehölze entsprechend §40 Absatz 4 BNatSchG und entsprechend dem Leitfaden zur Verwendung gebietseigener Gehölze des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Ab dem 01.03.2020 endet die im §40 Absatz 4 BNatSchG vorgesehene Übergangsfrist für die Verwendung gebietseigener Gehölze. Ab diesem Datum sind in der „freien Natur“ ausschließlich gebietseigene Gehölze aus den festgelegten sechs Vorkommensgebieten zu verwenden. Dazu ist für jede Partie ein Herkunftsnachweis vorzulegen:

„Das Verlangen nach Herkunftsnachweisen ist zwingend in den Ausschreibungsunterlagen anzukündigen. Beim Herkunftsnachweis ist aber grundsätzlich auf ein einheitliches Niveau zu achten. Mindeststandard muss eine lückenlose Kontrolle und Dokumentation über alle Stadien des Produktionsverlaufs gebietseigener Gehölze aus den Vorkommensgebieten des Leitfadens beziehungsweise nach FoVG von der Ernte bis zum Endverbraucher sein“ (Barsch, F. (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit), Heym, A. (BfN) und Nehring, S. (BfN) Leitfaden zur Verwendung gebietseigener Gehölze (2012)).

Das FfV-Zertifikat für gebietseigene Gehölze erfüllt diese Vorgaben in vollem Umfang. Darüber hinaus ermöglicht die obligatorische Rückstellprobe aus der Saatguternte eine Überprüfung der Herkunft (Können das Saatgut oder die Pflanzen aus dem angegebenen Vorkommen abstammen oder nicht?) mit modernen genetischen Methoden. Erntezertifikate werden nur dann ausgestellt, wenn neben der Rückstellprobe auch die geografischen Koordinaten des Erntevorkommens bekannt gegeben werden. So besteht im Falle einer Überprüfung die Möglichkeit festzustellen, ob das Material tatsächlich aus dem angegebenen Vorkommen stammt oder nicht. Darüber hinaus werden die Erntemengen angegeben, so dass eine maximal produzierbare Anzahl Pflanzen definiert ist.

Der weitere Handelsverlauf wird durch eine lückenlose Dokumentation in einer Datenbank über alle Stadien des Produktionsverlaufs nachvollziehbar gemacht. Bereits bei der Erstellung der Zertifikate erfolgt eine Plausibilitätsprüfung mittels der Mengenangaben. Es handelt sich daher um eine echte Produktzertifizierung über jede Saatgut- bzw. Pflanzenpartie.

Eine Überprüfung der Herkunftsechtheit mittels Genmarkern auf dem Stand der Wissenschaft ist durch FfV jederzeit möglich. Dabei wird das gesamte Procedere von einem unabhängigen Zertifizierer überwacht und geleitet. Bei Bedarf kann eine ausschreibende Stelle eine Plausibilitätskontrolle per email oder Telefon auslösen.

Das FfV-Zertifikat ist seit Jahren erfolgreich und wirkungsvoll im Bereich des forstlichen Vermehrungsgutes und den dem FoVG unterliegenden Arten.

Das FfV-Zertifikat ist PEFC und FSC akkreditiert und bietet als Zertifikat mit den strengsten Auflagen am Markt sowie der Kontrollmöglichkeit der Herkunftsechtheit mittels Genmarkern die höchste Sicherheit.

Zuletzt geändert am 7. August 2017